Cane Corso Historische Rasse-Entwicklung

Historie – Ursprung und Herkunft des Cane Corso Italiano

Die Abstammung und der Ursprung des Cane Corso sind nicht sicher belegt. Im vierten Jahrhundert existierte ein italienischer Hirtenhund als Vorfahre dieses Hundes in Süditalien und in Sizilien. Der „canis pugnacis“, noch genannt römischer Molosserhund, ist der größtmögliche Vorfahre des Cane Corso. Er begleitete antike Römer jahrhundertelang im Krieg und erwies sich als Hütehund. Sein derzeitiges Aussehen und Wesen verdankt er jahrelanger Züchtung und Kreuzungen, die Du in diesem Artikel näher beschrieben findest.

Wesen des Cane Corso

Ausgeglichener Cane Corso Charakter © laszlolorik Fotolia.com

Cane Corso Italiano – Ursprung nicht gänzlich bekannt

Der Ursprung des heutigen Cane Corso Italiano ist bis heute nicht zur Gänze aufgeklärt. Es existieren verschiedene theoretische Ansätze in der Namens-Herkunft, die sich nicht restlos als einzige Wahrheit durchsetzen. Besser bekannt ist, dass der Cane Corso vom Canis Pugnax abstammt. Dieser Hund trat erstmals im alten Rom in verschiedenen Schriften als Kriegshund auf. Krieger zogen mit dem Canis Pugnax an der Seite in Schlachten. Später etablierte sich der Cane Corso als Nutztier und erwies sich als Beschützer, Bewacher sowie Hirten- und Fährten-Hund. Mit der Modernisierung verschwand die Hunderasse fast ganz, bis einige Hundezüchter die alte Molosser-Gruppe wiederentdeckten. Heute ist der Cane Corso als kräftiger Beschützer und Familienhund auf der ganzen Welt bekannt.

 

Italienische Gruppe Molosser

Der heutige Cane Corso entstammt einer italienischen Hundegruppe, den Molossern. Ebenfalls verwandte Hunderassen, deren Ursprung den Molossern zuzuordnen ist, sind der Mastino, die Bordeaux Dogge und der Bull Mastiff. Besonders beliebt ist die Züchtung des Cane Corso aufgrund seiner außergewöhnlichen Kraft. Dieser große und muskulöse Hund begleitet Jäger auf der Jagd und Hirten beim Hüten von Nutztieren. Der FCI erkannte erst mit Ende des zwanzigstens Jahrhunderts den Cane Corso als eigene Rasse an. Derzeit dient er vorwiegend als Wach- und Familienhund.

 

Ursprung der Molosser

Der Ursprung des Cane Corso liegt wie beim Mastino weit in der Geschichte zurück. Eine direkte Verwandtschaft liegt nicht vor, der Ursprung beider Rassen findet sich in den altrumänischen Molosser-Gruppen wieder. Nach verschiedenen Überlieferungen entstanden aus den rumänischen Molossern zwei Hundetypen: ein etwas muskulöserer und schwererer, dessen Vorfahre ein Mastino war und ein leichtfüßiger Vierbeiner als Vorgänger der italienischen Molosser.

 

Namens-Deutung aus dem Lateinischen und Griechischen

Es existieren mehrere plausible Theorien zur Namens-Herkunft des heutigen Cane Corso. Zum einen ergibt sich aus dem Lateinischen das Wort „Cohors“, das „Beschützer“ oder „Wächter“ bedeutet. Zusätzlich sprechen sich Etymologen in diesem Zusammenhang dahin aus, dass „Corso“ vom griechischen Wort „Kortos“ stammt, welches das Wort „Innenhof“ oder „Zaun“ beschreibt. Daraus leiten Wissenschaftler die Namens-Deutung „Cohors Kortos“ her, was „Hund für das Bewachen des Hofes oder Zauns“ bedeutet.

 

Herkunfts-Theorie des Namens von den Kelten

Eine weitere Hypothese deutet auf die Namens-Herkunft aus dem altkeltisch-provenzalischen hin. Das Wort „Corso“ bedeutete in dieser Zeit „stark“ oder „mächtig“. Diese Annahme stützt sich auf andere bekannte Wörter wie das Kriegspferd im Mittelalter namens „corsiero“ und das englische „coarse“ was so viel heißt wie „grob“ und „rau“. Ebenso findet sich in einem süditalienischen Dialekt das Wort „Corso“, das als „robust“ oder „stolz“ in Verbindung steht.

 

Canis-Pugnax – Kriegshund

Der Ursprung des Cane Corso liegt im altertümlichen Canis Pugnax. Diese Hunde-Art entsprang den früheren Molossern aus dem Raum rund um Albanien und Griechenland. Forscher schätzen diese Entwicklung ins vierte Jahrhundert vor Christus zurück. In dieser Zeit nahmen Krieger den Hund mit in die Schlacht und ließen sie schwere Karren ziehen. 1.600 Jahre später, im 13. Jahrhundert, erscheint der Cane Corso als italienischer Hund erstmalig in alten Büchern und Literatur. In dieser Zeitspanne entwickelte sich der Corso enorm weiter. Früher erschien er wild und ungezähmt, wobei er heute vielerlei Zwecken dient.

 

Cane Corso im Jahre 1200

In altertümlichen Schriften erzählen die Schriftsteller von einem zweckgerichteten Hund, der die Menschen bei der täglichen Arbeit unterstützte. Großer Beliebtheit erfreute sich der Cane Corso unter den Bauern, bei Schlachtern, der Polizei und bei Jägern. Auf dem Bauernhof sorgte der muskulöse Hund als hervorragender Wachhund für die Sicherheit. Der Hund überblickt die riesigen mit Nutztieren gefüllten Höfe. Dabei hilft der wachsame Hofhund, die Kühe zurück in den Stall zum Melken zu treiben.

 

Vertrauenswürdiges Familien-Mitglied

Die damaligen Italiener unterzogen den Cane einer strengen Erziehung, um den Stolz vor Nachbarn und Besuchern zu wahren. Der Cane Corso hat das Vieh zu bewachen und keineswegs einem Nutztier zu schaden. Innerhalb der Familie beweist sich der Italiener unter den zahlreichen Kindern, Opas und Omas als vertrauenswürdiges Mitglied. Ein gesundes Misstrauen gegenüber Fremden und ein eigenständiges Handeln bei Abwesenheit des Besitzers waren erwünscht. Ein perfekter Beschützer der Familie und Tiere sowie ein Bewacher von Hab und Gut, machte den früheren Cane Corso aus.

 

Cane Corso als Nutztier in der Geschichte

Viele italienische Molosser erhielten durch einen Beruf ein würdiges Dasein. Der Schlachter benötigte einen kräftigen Cane Corso als Helfer, um das Vieh, besonders Stiere, zum Schlachthof zu treiben. Dem Jäger half der Hund beim Aufspüren und Verfolgen des Wildes, diente gleichzeitig zum Zusammenpferchen von Wildschweinen. Je nach Größe der Beute apportierte der Corso das erlegte Wild mit Freude. Die Polizei bediente sich der muskulösen und angsteinflößenden Rasse, die sie zum eigenen Schutz mitführten. Im Mittelalter zeigte der Cane Corso seine Unterstützung bei Festnahmen von Räubern und kleineren Verbrechern in Süd- und Mittel-Italien.

 

Modernisierung verminderte Bedarf des Cane Corso

Mit dem Anfang der Industrialisierung und mit dem Beginn der modernen Landwirtschaft verminderte sich der Cane-Corso-Bestand drastisch. Polizisten benötigten keinen Eigenschutz durch Kampfhunde mehr. Sie erhielten Waffen zur Selbstverteidigung. Ebenso setzten Bauern immer weniger auf die Unterstützung des Cane Corso in der Landwirtschaft. Jäger behielten den italienischen Molosser bei sich, wie die Hirten fürs Zusammenhalten und Beschützen der Schafe. Besonders in den Gebieten von Süditalien wie Puglia und Kalabrien, fand der Cane Corso seinen Platz.

 

Ende des Zweiten Weltkriegs

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erschien der Cane Corso beinahe ausgestorben. Verschiedene Züchtergruppen entdeckten die einzigartige Hunderasse wieder und entwickelten Rettungs-Programme. Doktor Paolo Breber erschuf ein Zucht-Programm, das die Entwicklung des heutigen Cane Corso prägte. Dank demselben verlor Italien nicht dieses kleine Kultur-Erbe, das die Geschichte bis ins alte Rom begleitet. Weit verstreute Restbestände retteten passionierte Hundeliebhaber mühsam. Daraus entwickelten sich zahlreiche Zuchtbestände, wodurch sich die bekannte Rasse des Cane Corso festigte. Auf der ganzen Welt erfreuen sich Hundebesitzer am einzigartigen Charakter des italienischen Hundes.

 

weiterführend:

http://www.canecorsoweb.com/CaneCorso_seite.htm

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